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Zeittafel zur Ortsgeschichte

Zeittafel der Wiesenhaider Ortsgeschichte

Quelle: Michael Kettenstock, Wiesenhaid - Ein deutsches Dorf im Banat,
Edling/Obb., 1987, Seite 271 ff.
Nachbearbeitet und fortgeführt von Ingemar Ganz

1771

Wiesenhaid wird mit 100 Häusern auf dem Überland des Rumänendorfes Firiteaz angesiedelt, darunter ein Bethaus und ein Schulhaus

1771-1778

Wiesenhaid ist unter kaiserlich-kameralen Verwaltung

 

Matrikelführung und kirchliche Betreuung durch die Pfarrei Engelsbrunn

1778

Wiesenhaid kommt unter ungarische Verwaltung

 

Wiesenhaid wird Curatie und von dem Franziskaner- und Minoriten-Patres aus Arad betreut

1781

Das Cameralgut Wießenheith (damalige Schreibweise) wird für 19.048,- fl, an die Familie Kövér versteigert. Für unsere Vorfahren war damit‚der Traum vom freien Bauer an der freien Scholle’ ausgeträumt. Sie wurden Hörige (Untertanen) des Grundbesitzers

1792

In Wiesenhaid leben 580 Menschen, davon 69 Schulkinder

1821

Wiesenhaid ist mittlerweile auf 660 Seelen angewachsen, wovon 130 Schulkinder sind

1830

In Wiesenhaid wird mit dem Tabakanbau begonnen. Aufgrund der guten Qualität des Tabaks wird er überall bekannt und gerühmt.

1845-1846

Bau der röm.-kath. Pfarrkirche in Wiesenhaid. Die Kirche wird aus eigenen Mitteln finanziert und durch eine großzügige Spende der Anne von Köver.

1849

In Neuarad und den Nachbargemeinden fanden Kampfhandlungen zwischen der Madjaren gegen die Habsburger statt, die deutsche Bevölkerung hielt sich zum größten Teil raus. Plünderungen standen auch in Wiesenhaid an der Tagesordnung

Nach 1849

Die Grundabhängigkeit wurde abgeschafft

1850

Die Robot- und Zehntpflicht wurde durch eine direkte Staats- und Gemeindesteuer ersetzt

1851

Wiesenhaid wird selbstständige Pfarrei

1851-1852

Bau des Pfarrhauses und des Schulhauses in Wiesenhaid, wieder nur durch Wiesenhaider Mitteln finanziert.

1858

Die Kirche ist nun vollständig, auch innen, fertiggestellt und bekommt eine Orgel.

1876-1925

Zahlreiche Aktivitäten zur Hebung des kirchlichen Lebens. Es gibt zahlreiche Kreuzstiftungen

1877

Der damalige Kanton Lehrer Michael Ringeisen gründet den Männergesangsvereins.

1888-1889

Es leben mittlerweile 910 Personen in Wiesenhaid, darunter 183 Schulkinder. Dies war die höchste je erreichte Schülerzahl!

1897

Gründung des Kath. Kultusvereins = Kultusgemeinde in Wiesenhaid

1900

Mittlerweile gibt es ein Postamt im Dorf, das Telegraphenamt ist in Kreuzstetten und der Bahnhof in Segenthau

 

Gründung einer Milchproduktionsgenossenschaft

August 1906

Die Bitte der Wiesenhaider zusätzlich zur ungarischen Pflichtunterrichtssprache die deutsche Sprache zu benutzen wird abgelehnt

1907+1914

Alte und Neue Dreschmaschinen-Gesellschaft wird gegründet

1910

Nach einer ungarischen Volkszählung gibt es in Wiessenhaid 195 Häuser in denen leben 946 Deutsche. 25 Rumänen, 14 Ungarn, oder auch 961 Katholiken und 24 Orthodoxe

1914

Gründung der Feuerwehr

1914-1918

Im Ersten Weltkrieg fallen 25 Wiesenhaider

1920

Wiesenhaid wird nach dem Frieden von Trianon und St. Germain zum Königreich Rumänien gezählt

Nach 1920

Zahlreiche Familien und Einzelpersonen wandern nach dem Ersten Weltkrieg aus

1921

Raiffeisen-Kreditgenossenschaft mit Kasino(1928) gegründet

1925

Das Kriegerdenkmal vor dem Gemeindehaus wird eingeweiht

01.09.1929

Großfeuer bei Johann Jakob (Beimernitsch) in Wiesenhaid

1930

Nach einer rumänischen Volkszählung leben in Wiesenhaid 905 Deutsche und 13 Rumänen

1934

Der katholische Jugendverein wird gegründet.

18.06.1939

Gründung des Pfarrhilfswerk/ Sterbekasse

1940

In Wiesenhaid leben 1.041 Deutsche und 15 Rumänen

 

In Wiesenhaid wird eine deutsche Volksgruppe gegründet

Sommer / Herbst 1941

Die wehrfähigen Jahrgänge werden zur rumänischen Armee eingezogen und an die Front nach Russland geschickt. Acht Wiesenhaider sollten von dort nicht mehr zurückkehren.

12.95.1943

Bukarester Abkommen zwischen Rumänien und Deutschland über die Abstellung der Volksdeutschen Männer zur Waffen-SS

05.07.1943

80 wiesenhaider Männer ziehen in die Deutsche Wehrmacht ein. Zur gleichen Zeit dienen noch 30-40 Männer in der rumänischen Armee, somit waren über 10% der Bevölkerung im Kriegsdienst.

1939-1945

34 Wiesenhaider sterben während dem Zweiten Weltkrieg 26 in der deutschen und 8 in der rumänischen Armee.

August 1944

Einmarsch der Roten Armee ins Banat und die Verfolgung der Deutschen beginnt.

Januar 1945

Verschleppung von 130 Wiesenhaider Mädchen, Frauen und Männer in Arbeitslager in die Sowjetunion. 26 Menschen überlebten die Torturen nicht, die Überlebenden trugen auch schwere physischen und psychischen Schäden davon. Viele wurden nach Ostdeutschland entlassen und konnten oder wollten nicht mehr nach Wiesenhaid zurückkehren.

Herbst 1945

Aufgrund der Verschleppung gab es keinen Schulunterricht. Maria Schill, genannt ‚Marischka-Tante’ sprang ein und sorgte für einen regelmäßigen Schulunterricht.

Nach 1946

Es wandern wieder wie nach dem Ersten Weltkrieg viele Menschen nach Kanada und in die Vereinigten Staaten aus

1946-1948

Enteignung des Besitzes der deutschen Bevölkerung; Einsiedlung von rumänischen Kolonisten

 

Wiesenhaid wird zu einem kollektiven Wirtschaftssystem hingeführt und den Menschen wird somit die Lebensgrundlage entzogen

 

Wiesenhaid wird in Tisa-Nou umbenannt und der Verwaltungsgemeinschaft Arad zugeordnet

1947

Es gibt wieder geregelten Schulunterricht in Wiesenhaid.

1947-1949

Die Überlebenden der Verschleppung kehren über die DDR wieder heim

Juni 1951

Die Wiesenhaider blieben Gott sei dank von der Verschleppung in die Baragansteppe verschont. Von den Opfern der beiden Weltkriege und der Verschleppung konnte Wiesenhaid sich nie mehr erholen. Das Ende des einstmals deutschen Wiesenhaids begann.

1947-1960

Verstärkte Abwanderung von Wiesenhaider Familien nach Arad und in andere Banater Orte

1957

Einzelne Familien oder Einzelpersonen dürfen nach Deutschland ausreisen

1960

Wiesenhaid erhält Elektrizität

1968

Wiesenhaid erhält eine Autobusverbindung mit Arad

Ab 1972

Immer mehr Wiesenhaider verlassen die Heimat. Der Wunsch nach Ausreise in den Westen verstärkt sich zunehmends und wird teils mit Auflagen gestattet

05.09.1976

130-Jähriges Kirchweihjubiläum in Wiesenhaid

1977

Es gibt nur noch 402 Deutschen in Wiesenhaid, die Zahl der Rumänen ist nicht bekannt

 

1. Wiesenhaider Treffen in Ulm an der Donau am 3./4. September mit 72 Personen

 

Gedenkschrift zum 130-Jährigen Kirchweihfest von Wiesenhaid wird gedruckt

1977/78

Es gibt keine deutsche Grundschule mehr in Wiesenhaid

Juni 1978

Wiesenhaid hört auf eine eigene Pfarrei zu sein

1979

2. Wiesenhaider Treffen in Ulm an der Donau am 15./16. September mit 100 Personen

1981

3. Wiesenhaider Treffen in Ulm an der Donau am 29./30. August mit 90 Personen

1983

4. Wiesenhaider Treffen in Neustadt a. d. Weinstrasse am 15./16. Oktober mit 130 Personen

1984

Wiesenhaid hat 339 Hausnummern und ca. 1.400 Einwohner, darunter nicht mal mehr 10% Deutsche

1985

5. Wiesenhaider Treffen in Ulm an der Donau, am 7./8. September, verbunden mit dem 1. Kirchweihfest in Deutschland mit 11 Trachtenpaaren und 250 anwesenden Personen

07.09.1986

140-jähriges Kirchweihjubiläum in Wiesenhaid

01.01.1987

In Wiesenhaid leben nur mehr 141 deutsche Seelen. Die Mehrheit der Wiesenhaider lebt nun in Deutschland

1987

Erstes Wiesenhaider Heimatbuch wird Gedruckt

1990

Aussiedlung der restlichen Deutschen

Heute

Es leben noch vier Deutsche in Wiesenhaid, es gibt kaum noch deutschen Gottesdienst, der Friedhof ist verwahrlost. Und auch dass bisschen was noch an das deutsche Wiesenhaid erinnert wird bald vergessen sein und das einstmals deutsche Wiesenhaid WAR einmal.

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