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Die letzte Wiesenhaiderin

deutsch / english (DRAFT, 2016-03-29)

194?
24.03.2016:
2014

Die letzte noch in Wiesenhaid wohnende, "schwowische" Bewohnerin ist am Gründonnerstag, 24.03.2016 im Alter von 92 Jahren verstorben. Damit ist nach 245 Jahren die deutschsprachige Besiedelung dieses Banater Ortes endgültig Geschichte geworden.

Bis zuletzt war Katharina Dürbeck (geb. Ganz) der beliebte Anlaufpunkt für Wiesenhaider auf "Heimatbesuch". Stets freundlich und umgänglich hat sie die Gäste willkommen geheißen die sie besucht haben um ein letztes Stück authentisches, banat-schwäbisches Leben zu erhaschen.

Wen die “Wes Kathi” in Ihr Haus bat, der konnte einen Haushalt sehen, der großteils noch so eingerichtet und ausgestattet war, wie es vor Jahrzehnten üblich war. Erst vor zwei Jahren ist sie in ein neu errichtetes Haus gezogen. Das alte “Dorfmuseum” drohte stellenweise baufällig zu werden und mußte ersetzt werden. Damit hat sie sich einen lang gehegten Wunsch erfüllt, den Ihre Eltern schon hatten, aber nicht mehr verwirklichen konnten.

Schon vor Jahren hatte sie sich in die Obhut der rumänischen Familie Perijoc begeben, für deren vier Kinder sie zur “Oma” geworden war. Die Familie hatte auf demselben Grundstück ein Haus gebaut und dafür der “Tante Kati” Beistand in alten und kranken Tagen gewährt. Herr Perijoc war als Bäcker nicht nur der Lieferant wohlschmeckender Backwaren für die Gäste des Hauses, sondern als fleißiger Handwerker auch maßgeblicher Mit-Erbauer des neuen Hauses.

In einem ihrer letzten Briefe schrieb Katharina: “... es geht bei mir schon sehr langsam, bin immer krank mit dem Herz. Die Ärzte sagen ich hätte schon in der Jugend müssen operiert werden.” Nun hat dieses Herz, das doch beachtlich lange und tapfer durchgehalten hat, aufgehört zu schlagen. Die abschließenden Worte aus dem Brief darf man jetzt wohl als Gruß an alle Wiesenhaider verstehen: “Wir alle wünschen euch allen von ganzem Herzen die beste Gesundheit, viel Glück und Segen in eurem ganzen Leben.”

Wir danken dafür und alle die Katharina gekannt haben und ihre Gastfreundschaft in den letzten Jahren genießen durften werden ihr zweifellos das “ehrende Gedenken” zuteil werden lassen, welches sie sich zurecht erworben hat.

Die Beerdigung fand am 26.03.2016 im katholischen Friedhof in Wiesenhaid statt. Sie ruht dort an der Seite Ihres bereits im Jahr 1960 verstorbenen Ehemannes Peter und ihrer restlichen Familienmitglieder, deren Gräber sie immer eigenhändig gepflegt hat. Diese Grabstätten waren, neben denen der wenigen anderen, neuen Gräber von nicht deutschsprachigen Katholiken im Ort, der einzige halbwegs gepflegte Bereich des Friedhofs, der nach der Abwanderung der Banater Schwaben zunehmend verfällt..

Der Grabstein der kinderlosen Eheleute war, wie häufig üblich, bei der Anfertigung nach dem Tod des Ehemannes, vom Steinmetz bereits auch mit den Daten der Ehefrau vorbereitet worden: “1924-19__”. Erfreulicherweise hat er nicht Recht behalten und die Wes Kati ist uns noch deutlich bis ins 21. Jahrhundert hinein erhalten geblieben. Sie selbst hat den Umstand, dass auf Ihrem Grabstein die Zahl 19__ als Sterbejahr eingemeißelt war, bei einem Besuch im Jahr 2014 ganz trocken und praktisch kommentiert: “Da muss sich dann halt jemand anders darum kümmern.”

Ob sich um die Aufschrift im Marmor dort noch jemand kümmern wird, das wissen wir nicht. Es war uns aber eine Ehre der “letzten Wiesenhaiderin” hier einen “digitalen Gedenkstein” auf unsere Seiten zu setzen.

(EW)

Für mehr Infos:

>
Zum Bericht und den Fotos und Videos über die Beerdigung am 26.03.2016

> Zum Artikel in der “Banater Post” (folgt)
 

2016
2015

Foto oben:
Katharina Dürbeck im Kreise “ihrer Enkel”, den Perijoc-Kindern, für die sie die “Oma” war. Im Begleitbrief zum obigen Foto schrieb sie dazu: “Das sind alle unsere Lieben, an denen wir unsere Freude haben.”

Foto links: Das älteste und das jüngste Mädel im Haus.


Weitere Fotos und Berichte über die “letzte Wiesenhaiderin” siehe unter:

Besuch im Jahr 2014

In der Kirche 2014

Besuch 2013 (Hausbau)

Die Inschrift lautet: “Hier ruhen PETER u. KATHARINA DÜRBECK, geb. GANZ, 1928-1960, 1924-19__, Ruhet sanft”

Info für Besuchswillige: Die Grabstätte der Katharina Dürbeck liegt im hinteren Teil der ersten Reihe, hinter dem Garten des letzten Hauses welches an den Friedhof grenzt, also nach dem Friedhofseingang gleich nach rechts und dann fast ganz bis zum Ende gehen.

 

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